Eintrittswahrscheinlichkeiten, Quotenberechnung, Gewinnmargen: Dinge mit denen sich ein Hobby Spieler nicht unbedingt auseinander setzt, da hier oft nach persönlichen Neigungen oder dem Tipp eines Freundes gewettet wird. Dementsprechend fällt der Gewinn meistens eher niedrig aus und es macht sich schnell Frust breit. Wer es also Leid ist, mit seinen Einsätzen die Taschen der anderen zu füllen, kommt nicht umher sich mit den Grundlagen des Geschäfts vertraut zu machen. Hier lohnt vor allem ein Blick auf die Wettquoten und wie sie festgelegt werden.

Wer beginnt sich mit der Thematik Sportwetten auseinander zu setzen, interessiert sich hauptsächlich einmal für Spiel, Spaß und Spannung, die beim Wetten aufkommt. Meist wettet man hier zu Gunsten des Lieblingsvereins, auch wenn hier schlechte Wettquoten offeriert werden. Dementsprechend fällt dann auch der Erfolg aus, da hier keine hohen Gewinne verzeichnet werden können. Beginnt der ambitionierte Spieler sich mit der Thematik Sportwetten näher zu befassen, tauchen meist viele Fragezeichen auf.

Berechnung des eigenen Gewinns dank Quoten

Allen voran interessiert sich der lernfreudige Spieler vor allem für die eigene Gewinn Maximierung und das damit verbundene Berechnen des eigenen Gewinns. Zur Beantwortung dieser Frage bietet sich ein einfaches Beispiel an. Sie interessieren sich vermehrt für die 2. Bundesliga und drücken vor allem dem Traditionsverein Greuther Fürth die Daumen? Hier bietet sich ein Tipp auf die kommende Partie gegen den Ligakonkurrenten FSV Frankfurt an.

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Quelle tipico.de

Der in unserem Beispiel gewählte Buchmacher Tipico bietet seinen Kunden die Quoten 2,9 ; 3,2 ; 2,55 an. Faustregel: Je niedriger die Quote, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass das Ereignis eintrifft. Je höher die Quote, desto unwahrscheinlicher ist es, dass das getippte Ereignis geschieht. Der Buchmacher entscheidet sich hier also relativ klar für einen Auswärtssieg der Fürther in Frankfurt und kalkuliert hier eine geringe Quote. Setzen sie nun also 10€ auf den Sieg der Fürther, wird ihr Einsatz bei einer gewonnen Wette mit 2,55€ multipliziert.

Bei einem Auswärtssieg der Fürther gelingt dem Spieler so nun ein Gewinn von 25,50€. Bei einem richtig getippten Unentschieden bleibt ein Gewinn von 32€ hängen, da der Buchmacher hier eine höhere Quote veranschlagt. Wer auf einen Heimsieg des FSV Frankfurts getippt hat, dürfte sich über 29€ freuen. Natürlich nur, wenn auch richtig getippt wurde. Der erste Schritt wäre nun getan, da sie wissen, welche Bedeutung die Wettquoten im Geschäft haben und wie sich ihr eigener Gewinn errechnet.

Berechnung der Wettquoten

Auch die Wettquoten und ihre Berechnungen sollten aber nicht ganz uninteressant bleiben, da sie die Grundlage des Geschäfts darlegen. Buchmacher, die ihre Wettquoten schlecht kalkulieren, sind so schnell verschwunden wie sie aufgetaucht sind, da schon eine einzige, schlecht kalkulierte Quote reicht, um selbst riesen Verluste zu verzeichnen und den Spielern ein diebisches Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Die Buchmacher orientieren sich somit an folgenden Gedankengängen:

Gut ausgebildetes Personal ist bei der Quotenfestlegung ein absolutes Muss. Das Personal sollte hier Gewinnwahrscheinlichkeiten und Quoten äußerst penibel festlegen, da dem Buchmacher sonst schnell ein großer Schaden entsteht. Wichtig ist, dass mit den Verlusten der Spieler mindestens die Gewinne der anderen Spieler ausgeglichen werden können. Doch damit ein Wettanbieter überleben kann, muss auch der eigene Gewinn stimmen. Dieser liegt meist bei 10 – 20%.

Bei einer Quote von 2,55 für den Sieg Fürths im Vergleich zur wesentlich höheren Quote zum Sieg vom FSV Frankfurt von 2,99 lässt sich also festlegen, dass ein Sieg Fürths wahrscheinlicher ist. Die Wettquote hängt unmittelbar mit der Eintrittswahrscheinlichkeit ab. Je höher die Chance, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt, desto niedriger verhält sich auch die Quote, damit die Sportwettenanbieter kein Minusgeschäft machen. Während sich die Kunden meist auf ihr Bauchgefühl verlassen, orientieren sich die Sportwettenanbieter an Analysen, die die Eintrittswahrscheinlichkeit festlegen.

Eintrittswahrscheinlichkeit: Jeder Buchmacher kalkuliert für einen bestimmtes Ereignis also z.B. für einen Sieg einer Mannschaft eine bestimme Eintrittswahrscheinlichkeit ein. Diese gibt dann an, wie wahrscheinlich ein Sieg ist. Durch die Eintrittswahrscheinlichkeit lässt sich nun auch die Quote ableiten.

Wahrscheinlichkeitsrechnung: Die Basis der Quotenberechnung

Buchmacher und Spieler sollten sich gleichermaßen darüber Gedanken machen, wie wahrscheinlich ein Sieg, ein Unentschieden sowie eine Niederlage für den Gast aus Fürth ist. Eine Eintrittswahrscheinlichkeit lässt sich meist durch folgende Gedankengänge schätzen:

  • Aktuelle Performance der Mannschaft: Plagt sich das Team mit Verletzungssorgen, hat es mit einer Auswärtsschwäche zu kämpfen, steht es schlecht um die Defensive bzw. den Sturm, wie ist die Stimmung in der Mannschaft?
  • Betrachtung der letzten Partien der Mannschaft, hat sich geändert?
  • Wie ist der Gegner aufgestellt: Performancetest beim Gegner FSV Frankfurt durchführen. Um eine saubere Performanceeinschätzung zu erhalten, können sie meist einfach die von den Buchmachern zur Verfügung gestellten Statistiken verwenden. Dies sollte für sie ihr täglich Brot sein, sich laufend zu informieren.
  • Wie steht es im Allgemeinen um die Heimstärke bzw. Auswärtsstärke der 2. Bundesliga?

Tipp: Wer sich an diesen Gedankengängen orientiert, erhält eine ungefähre Tendenz, die sich nicht nur auf ihr Bauchgefühl bezieht. Diese Informationen werden nicht nur von ihnen, sondern auch von den Buchmachern bedacht und mit in die Quotenberechnung einbezogen. So gelingt es ihnen eine ungefähre Tendenz zu ermitteln.

Wer nun die Eintrittswahrscheinlichkeit berechnen möchte, die der Buchmacher für die Ereignisse angedacht hat muss folgende Faktoren in seine Rechnung einbeziehen:

  • Den Wert 1
  • Die vom Buchmacher gewählte Quote

Diese zwei Werte ergeben die folgende Formel, mit der die Eintrittswahrscheinlichkeit berechnet werden kann.

Formel: 1/Quote = Eintrittswahrscheinlichkeit

Im Beispiel FSV Frankfurt vs. Greuther Fürth heißt das nun folgendes:

Ereignis Rechnung Eintrittswahrscheinlichkeit
Heimsieg FSV Frankfurt 1 / 2,9   = 0,3448 34,48%
Unentschieden 1 / 3,2   = 0,3125 31,25%
Auswärtssieg Greuther Fürth 1 / 2,55 = 0,3921 39,21%

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Im Beispiel Fortuna Düsseldorf vs. 1. FC Kaiserslautern berechnet sich die Eintrittswahrscheinlichkeit genauso:

Ereignis Rechnung Eintrittswahrscheinlichkeit
Heimsieg Fortuna Düsseldorf 1 / 3,6   = 0,2777 27,77%
Unentschieden 1 / 3,4   = 0,2941 29,41%
Auswärtssieg Kaiserslautern 1 / 2,05 = 0,4878 48,78%

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Im Beispiel KSC vs. St. Pauli gilt die gleiche Formel:

Ereignis Rechnung Eintrittswahrscheinlichkeit
Heimsieg Karlsruhe 1 / 1,8   = 0,5555 55,55%
Unentschieden 1 / 3,7   = 0,2702 27,02 %
Auswärtssieg St. Pauli 1 / 4,5 =0,2222 22,22%

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Wer nun fleißig nachgerechnet hat, wird zu dem Ergebnis kommen, dass im Beispiel FSV Frankfurt vs. Greuther Fürth 34,48% + 31,25% + 39,21% 104,94% ergeben. Doch keine Panik, der Buchmacher hat alles richtig gemacht, da er hier gleich seine eigene Gewinnmarge mit eingerechnet hat. Die Umrechnung der Quote zur Eintrittswahrscheinlichkeit sollte verstanden werden, um die folgenden Gedankengänge verstehen zu können.

Auswerten von Statistiken zur Kalkulation von Wettquoten

Fernab des 2. Bundesliga wollen wir nun einmal die Heim- und Auswärtssieg Bilanz der Premier League betrachten. Ebenso hätte man auch die Heim- und Auswärtssieg Bilanz der Bundesliga betrachten können, doch um das Prinzip der Entstehung einer Wettquote zu verstehen, ist die betreffende Liga egal.

Ergebnisse 2005/2006 2006/2007 2007/2008 2008/2009 2009/2010 Durchschnitt
Heimsiege 50,53% 47,89% 43,32% 45,29% 50,79% 48,16%
Unentschieden 20,26% 25,79% 26,32% 24,68% 25,25% 24,46%
Auswärtssiege 29,10% 26,32% 27,37% 30,03% 23,95% 27,35%

 

Erklärung: Die durchschnittlichen Ergebnisse ermitteln sich hier aus allen Jahren. So zum Beispiel kommen wir auf eine durchschnittliche Wahrscheinlichkeit von 48,16%, dass es zu einem Heimsieg kommt, in dem wir die Durchschnittswerte aller relevanten Jahre addieren und durch 5 dividieren.

Wer sich nur ungern überraschen lassen möchte, muss in seine Statistik auch die relative Abweichung einkalkulieren, die die prozentuale Abweichung zwischen den tatsächlich geschehenen Ereignissen und dem Durchschnittswert darstellt. Hierbei wird der Begriff relative Abweichung benutzt, wenn ausgedrückt werden soll, wie hoch die jeweilige Schwankung zwischen dem Durchschnittswert und den Einzelwerten ist.

Relative Abweichung 2005/2006 2006/2007 2007/2008 2008/2009 2009/2010 Durchschnitt
Heimsiege 4,92% -0,56% -3.82% -5,96% 5,46% 4,14%
Unentschieden -17,17% 5.44% 7.6% 0,9% 3,23% 6,87%
Auswärtssiege 6,4% -3,77% 0,07% 9,8% -12,43% 6,49%

Erklärung: Zur Berechnung der relativen Abweichung wird zunächst einmal die absolute Abweichung benötigt. Diese liegt beim Beispiel 2005/2006 bei 2,37% (50,53 – 48,16) bei 2,37%. Dividiert man nun die absolute Abweichung (2,37 / 48,16) durch den Mittelwert, ist mein bei einem Ergebnis von 4,92%.

Da wir nun wissen, dass Wettquoten von der Wahrscheinlichkeit des Eintreffens eines bestimmten Ergebnisses abhängen, ist die nun folgende Tabelle, die die durchschnittlichen Quoten angibt, nur die logische Schlussfolgerung aus dem vorher gelernten.

Wettquoten Kalkulation Durchschnittsergebnisse Rechnung Marktwettquote Minimum Wettquote Maximum Wettquote
Heim 48,16% 1 / 48,16 2,08 1,99 2,17
Unentschieden 24,46% 1 / 24,46 4,09 3,81 4,37
Auswärts 27,35% 1 / 27,35 3,66 3,42 3,90

 

Da in der Premier League eine klare Heimstärke herrscht, fallen die Heimquoten eher geringer aus. Ein Unentschieden sowie ein Auswärtssieg kommen so eher selten vor. Deshalb sind die Quoten hier höher, um nicht alle Spieler auf einen Heimsieg wetten zu lassen.

Fazit

Wissen ist Macht. Das gilt für die Wettanbieter aber auch ebenso für ihre Kunden. Wer weiß, wie die Wettquoten zustande kommen, wird langfristig höhere Gewinne erzielen können, als die Konkurrenz, die sich beim Wetten von ihrem Bauchgefühl sowie von Neigungen und Emotionen leiten lässt. Um erfolgreich Wetten zu können, müssen sie zunächst einmal wissen, wie sich ihr Gewinn zusammensetzt und welche Rolle die Quote dabei spielt.

Die Formel hierfür lautet Einsatz x Quote= Gewinn. Danach muss verstanden werden, wie der Wettanbieter seine Quoten festlegt. Wer hier weiß, dass diese hauptsächlich auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit zurückzuführen sind, die sich hauptsächlich durch Statistiken und Auswertungen bestimmen lässt, hat einen riesen Vorteil. Hier lohnt ein Rückblick in die jeweilige Liga sowie eine gezielte Auswertung. Abweichungen sind dann hauptsächlich auf Tagesformen und Mannschaftsstärke rückzuführen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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