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Spielsucht: 1,4 Mio. Euro für eigene Zwecke entnommen

Solange Glücksspiel rein zu Unterhaltung dient, ist es ein Hobby wie jedes andere auch. Doch aus dem Spiel kann schnell bitterer Ernst werden. Nämlich dann, wenn die Person über die Stränge schlägt und ihre eigenen finanziellen Möglichkeiten ignoriert. Dann trifft Erfindungsreichtum auf kriminelle Energie. So auch bei Jeannette N. aus dem Landkreis Barnim (Brandenburg).

Sie arbeitete als Finanzbuchhalterin und man vertraute ihr blind. Sie durfte große Summen kontrollieren und Zahlungen absegnen. Damit stand sie am Dreh- und Angelpunkt des Unternehmens. Leider nutzte sie ihre Position aus und zweigte zunehmend mehr Geld für eigene Zwecke ab.

1,4 Mio. Euro von Kunden entwendet

Spielsucht: 1,4 Mio. Euro für eigene Zwecke entnommenIn diesem Fall gelang es ihr Umbuchungen und Falschbuchungen zu steuern. Auch erfand sie Rechnungen und fälschte Zahlungsanweisungen, wenn sie dadurch mehr Geld bekommen konnte. Am anderen Ende stehen immens hohe Schulden bei Privatpersonen und Unternehmen. Insgesamt 396 Fälle sind bekannt in denen Sie Gelder umleitete. Insgesamt 1.385.103,41 Euro gingen auf ihr Konto ein. Das zuständige Gericht musste sein Urteil bzgl. Untreue und Betrug in besonders schweren Fällen ausstellen.

Sie gestand am vergangenen Herbst alles, nachdem sie ihre Spielsucht jahrelang geheim halten konnte. Am 13. September 2017 ging sie ins Gefängnis und wartete auf die Anklagebank.

Ihre Spielsucht begann 2010 in einem Online Casino. „Für mich war das wie vorm Fernseher sitzen. Nur so konnte ich abschalten. Kleine Einsätze befriedigten mich bald nicht mehr.“ Ihr monatliches Einkommen von 1.400 Euro hatte sie bald in wenigen Stunden aufgebraucht. Dann brauchte es neue liquide Mittel, um die Verluste wieder reinzuholen.

Anbieter reagierten nicht

Wo genau sie spielte ist uns nicht bekannt. Doch der Spielerschutz hätte längst greifen müssen. „Einmal machte ich aus 100 Euro in nur einer Stunde 20.000 Euro! Und verspielte sie gleich wieder.“ Auch bot man ihr wiederkehrend Bonusgeld und andere Vergünstigungen an.

Was sie am Abend verlor, glich sie den Tag darauf gleich wieder mit den Firmenkonten des Arbeitsgebers aus. „In der virtuellen Welt konnte ich die reale Welt ausblenden. Das Casino war wie ein Partner, oft saß ich sechs Stunden am Roulette. An Aufhören war nicht zu denken.“

Und nun ist alles weg? Die Inhaftierte behauptet es sei kein Cent mehr übrig. Doch während des genannten Zeitraums wurde ein Haus auf ihren Namen errichtet. Was sie als „Schrottimmobilie“ bezeichnet, hat aber einen gewissen Wert. Weshalb sie ihre Hälfte noch schnell an ihren Partner überschrieb. Dann begann der Prozess. Bislang konnte sie mit 17.000 Euro nicht mal ein Prozent der Schuldsumme tilgen. Am 23. März wird das endgültige Urteil feststehen.

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