Online Glücksspiel Deutschland: Große Revolution hat begonnen

Im kommenden Jahr will die deutsche Regierung endlich eine brauchbare Regulierung des Online Glücksspiels auf die Beine stellen. Dafür haben die Ministerpräsidenten der Bundesländer mehrfach getagt. Das grobe Konzept steht und im Juli 2021 soll es zur Vergabe der ersten Lizenzen kommen. Bis dahin gilt eine Art Schonfrist für die Anbieter. Vorausgesetzt, sie halten sich bereits an die gesetzlichen Bestimmungen, welche ab nächstem Jahr gelten sollen.

Übergangsfrist läuft seit dem 15. Oktober

Online Glücksspiel Deutschland: Große Revolution hat begonnen

Deutsche Spieler erhalten seit wenigen Tagen einen Vorgeschmack darauf, was sie online in Zukunft erwartet. Die begonnene Übergangsfrist soll bis zu 15. Dezember ausgedehnt werden. Solange haben die Betreiber Zeit, sich an das Rahmenwerk anzupassen. Schon jetzt sind die Auswirkungen ersichtlich. Hier eine kleine Zusammenfassung der wesentlichen Änderungen:

  • Nicht nur Sportwetten, auch Anbieter von Casinospielen und Online Poker können sich um eine Lizenz bewerben.
  • Pro Monat darf ein Spieler nicht mehr wie 1.000€ pro Domain einzahlen. Wobei die Betreiber für eine geringe Anzahl von Highrollern Ausnahmen beantragen dürfen. Dann sind auch je Spieler 10.000€ bzw. 30.000€ pro Monat erlaubt.
  • Online Slots und Tischspiele gilt es voneinander zu trennen.
  • Pro Spin darf maximal nur 1€ gesetzt werden dürfen. Eine Drehung muss fünf Sekunden andauern, bevor der nächste Einsatz möglich ist.
  • Spielautomaten erhalten einen „Panik-Knopf“. Vom Spieler aktiviert, ist dieser für die nächsten 24 Stunden von der Spielteilnahme auszuschließen.
  • Die Autoplay-Funktion bei Automaten ist fortan verboten.

Darüber hinaus müssen Anbieter ihren Kunden beim Login anzeigen, wie viel sie innerhalb der letzten Tage gewonnen bzw. verloren haben. Sozusagen ein „Realitäts-Check“ im Sinne des Spielerschutzes.

Während manche Auflagen sehr sinnvoll erscheinen, schränken andere die Betreiber in einer nie dagewesenen Form ein. Viele von ihnen haben schon erste Konsequenzen gezogen. Im Angebot gibt es nur noch Slot-Spiele. Virtuelle Tische und Live Casinos wurden komplett abgestellt. Laut dem Glücksspielstaatsvertrag, dürfen diese aber separat angeboten werden. Dann vermutlich mit einer anderen Lizenz.

Außerdem will die Regierung den Zahlungsverkehr zwischen Spieler und Anbieter strenger überwachen. In der Vergangenheit hatten sich deshalb schon PayPal und VISA bei den Online Casinos zurückgezogen.

Schützt der Staat das Spielbanken-Monopol?

Fraglich ist, ob die Anbieter ihre Tischspiele tatsächlich auf einer eigenen Domain anbieten werden. Für etablierte Marken ist dies ein schwerer Seitenhieb. Da Slot Machines profitabler sind, bleiben diese im Hauptangebot bestehen.

Es liegt die Vermutung nahe, die Regierung wolle das staatliche Monopol schützen. Die Maßnahmen zielen darauf ab, es den virtuellen Anbietern so schwer wie möglich zu machen. In der Vergangenheit hatten sich die Spielbanken immer wieder beklagt, wie sehr sie doch unter der Konkurrenz aus dem Internet leiden würden.

Auf jeden Fall kommt da viel auf Spieler und Anbieter zu. Mit einer nicht zu unterschätzenden Gefahr, den deutschen Markt überreguliert zu haben. Im Juli 2021 soll es die ersten Lizenzen geben. Wir beobachten das Geschehen weiter und berichten zu gegebener Zeit erneut darüber.

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