Deutschlands Glücksspielstaatsvertrag rückt näher

Wer regelmäßig im Internet Casinospiele nutzt, hat seit Oktober die Veränderungen längst bemerkt. Der deutsche Gesetzgeber hat eine Übergangsphase eingeleitet. Diese soll voraussichtlich im Sommer in der offiziellen Regulierung münden. Es ist nicht der erste Versuch der Bundesregierung, den Glücksspielstaatsvertrag in die Praxis umzusetzen.

Das ändert sich für die Spieler konkret

Damals herrschte zu wenig Klarheit darüber, worauf sich die Anbieter eigentlich bewerben sollten. Mittlerweile bestehen genaue Richtlinien. Außerdem gibt es eine nunmehr unbegrenzte Anzahl potentieller Lizenzen. Vorher galt ein Limit von 20 Stück für Sportwetten. Online Casinos und Poker dürfen nach den aktuellen Plänen auch Genehmigungen beantragen.

Deutschlands Glücksspielstaatsvertrag rückt näher

Allerdings scheint der Gesetzgeber gerade bei den Online Casinos eine zu strenge Regulierung anzusetzen. Das Regelwerk in unseren Nachbarländern ist nicht einmal annähernd so hart. Spieler bemerken dies vor allem daran, dass virtuelle Spieltische und Slot Machines voneinander getrennt angeboten werden müssen. Viele Anbieter haben sich deshalb dazu entschieden, die gewinnbringenderen Spielautomaten zu behalten. Ein Schlag ins Gesicht für alle Fans von Roulette, Blackjack & Co.

Darüber hinaus müssen Spielautomaten eine Pause von mehreren Sekunden zwischen den Drehungen einbauen. Das Limit pro Spin ist zudem stark gedrosselt worden. Live Casinos existieren bislang nur vereinzelt. Böse Zungen behaupten, die neue Gesetzgebung dient vor allem dem Schutz der klassischen Spielbanken.

Ab dem 1. Juli soll es in die offizielle Phase übergehen. Wir sind gespannt, ob dieses Mal alles reibungslos klappt und was tatsächlich noch vom bekannten Glücksspielangebot übrig bleibt.

21 Wettlizenzen aus Hessen vergeben

Währenddessen bewegt sich aber schon etwas parallel zum neuen Glücksspielstaatsvertrag. 21 Buchmacher erhielten bereits eine Wettlizenz aus Hessen. Dem ging ein langer Rechtsstreit voraus und weitere 35 Anträge befinden sich noch in der Schwebe. Hessen wurde bereits beim früheren Staatsvertrag in 2012 zum Mittelpunkt der Lizenzvergabe auserkoren. Im Sommer soll dies nun eine Behörde in Sachsen-Anhalt übernehmen, welche es noch einzurichten gilt.

Auch laufen diverse Verfahren gegen Unternehmen, welche keinen Antrag gestellt haben und trotzdem Sportwetten an deutsche Spieler bereitstellen. Anfang 2020 gab es schon 78 solcher Verfahren und davon verkündeten 58 Plattformen ihren Rückzug. Der Rest ergibt sich aus 18 Untersagungen sowie 7 noch laufenden Verfahren.

Wenn erst einmal der Glücksspielstaatsvertrag in Kraft getreten ist, kommt auf die Regulierungsbehörde vermutlich noch mehr Arbeit zu.

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