Home / Casino / Deutschland: PayPal schließt Online Glücksspielangebote aus

Deutschland: PayPal schließt Online Glücksspielangebote aus

Wer in Online Casinos, bei Sportwetten oder Poker sein Konto aufladen möchte, nutzt dafür gern PayPal. Das weit verbreitete e-Wallet genießt ein hohes Ansehen. In Deutschland wird es künftig niemand mehr für diese Zwecke nutzen können. PayPal schließt Zahlungen mit Verbindungen zum Online Glücksspiel aus.

Neue AGBs ab Oktober

Deutschland: PayPal schließt Online Glücksspielangebote aus

Hierfür fand eine Überarbeitung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) statt. Die Ankündigung enthält einen Abschnitt über „Verbotene Aktivitäten“. Dieser Paragraph trägt nun den Zusatz, dass die „Nutzung der Paypal-Services im Zusammenhang mit Angeboten, die an ihrem jeweiligen Aufenthaltsort nicht legal sind, einschließlich mancher Online-Glücksspielangebote“ nicht mehr unterstützt wird.

Kritik für den widerstandsfreien Ablauf bei Ein- und Auszahlungen in Online Casinos, gibt es seit geraumer Zeit. PayPal reagiert aber jetzt erst. Dies hängt womöglich damit zusammen, dass die einzigen jemals erteilten Glückspiellizenzen aus Schleswig-Holstein bald auslaufen.

„Mit Auslaufen der Online-Glücksspiel-Lizenzen des Landes Schleswig-Holstein ist das Angebot von Online-Kasinospielen in Deutschland verboten beziehungsweise allenfalls geduldet“, heißt es aus einer Antwort des Konzerns.

PayPal steht vor Gericht

Ein anderer Grund dürfte sein, dass PayPal sich mit Rechtsanwalt István Cocron im Clinch befindet. Er vertritt mindestens einen Mandanten im Namen der Berliner Kanzlei CLLB.

Sein Mandant habe über 150.000 Euro verloren. Für Einzahlungen nutzte er PayPal, weil es so schön einfach war. Zahlungsdienstleister müssen grundsätzlich prüfen, ob ein Anbieter über die nötige Lizenz verfügt, bevor sie mit ihm Geschäfte machen. In der Vergangenheit ist das oft nicht geschehen“, erklärte Cocron. Die Entscheidung vor dem Landgericht Köln steht noch aus.

Er klagt derzeit vor dem Landgericht Köln gegen Paypal auf die Rückzahlung von mehr als 150.000 Euro, die ein spielsüchtiger Mandant verloren hatte. „Zahlungsdienstleister müssen grundsätzlich prüfen, ob ein Anbieter über die nötige Lizenz verfügt, bevor sie mit ihm Geschäfte machen. In der Vergangenheit ist das oft nicht geschehen“, so Cocron.

Sollte sich das Gericht auf die Seite des Spielers schlagen, hätte dies eine Signalwirkung für andere. PayPal könnte dazu verdonnert werden, die Transaktionen der letzten drei Jahre zu begleichen.

Check Also

Wenn Videospiele mit Glücksspielen verschmelzen

Wenn Videospiele mit Glücksspielen verschmelzen

Seit fast einem Jahr läuft die weltweite Debatte um Lootboxen. Spieler kaufen die virtuellen Kisten …