Aktueller Stand zum Glücksspielstaatsvertrag

Vor fast acht Jahren beschlossen 15 Bundesländer den Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV). Schleswig-Holstein wagte den Alleingang. Nun scheint es so, als wolle man sich eben diesem Modell anschließen. Die Gespräche der Länder nehmen wieder Fahrt auf. Immerhin soll bis zum Sommer 2021 ein neuer GlüStV feststehen. Mit den Debatten sickern hier und da Informationen durch. Noch kann sich vieles davon ändern. Trotzdem fassen wir heute zusammen, was die Regierung in der Theorie geplant hat. Sollte es tatsächlich so umgesetzt werden, kommt auf Spieler und Anbieter einiges zu.

Umfassende Spieler-Sperrdatei & Monatliches Limit

Aktueller Stand zum Glücksspielstaatsvertrag

Regulieren wollen die Bundesländer in erster Linie zum Schutz der Spieler. Weshalb eine groß angelegte Sperrdatei angedacht ist. Spieler sollen sich jederzeit online selbst sperren können. Dies ist bei vielen Glücksspielanbietern bereits möglich.

Jedoch mit dem Unterschied, dass es eine zentrale Sperrdatei der Regierung geben soll. Dafür und zur Kontrolle der Lizenzauflagen, gilt es eine Glücksspielbehörde einzurichten. Wenn sich also ein Spieler bei Anbieter XY sperren lässt, erhält er damit nirgendwo mehr Zugang. Alle genehmigten Plattformen müssen sich dieser zentralen Sperrdatei anschließen. Eröffnet ein Nutzer sein Konto, gilt es dessen Personalien zu überprüfen.

In einem Medienbericht war von einer generellen Überwachung aller Spieler die Rede. Bereits mit Kontoeröffnung sollen sie unter Beobachtung stehen. Wie dies mit dem Datenschutz vereinbar ist, muss noch geklärt werden.

Ins Bild passt hier die Regel, Spieler dürften maximal 1.000€ pro Monat einzahlen. Ob pro Webseite oder insgesamt, ist noch offen. Highroller und Grinder würden somit ziemlich schnell das Interesse verlieren.

Am Ende besteht sogar die Gefahr, dass immer mehr Spieler auf verschlüsselte Verbindungen (VPNs) zurückgreifen. Damit können sie die Herkunft ihres Internetanschlusses verbergen.

Auch Online Casinos & Poker erlaubt

Im Gegensatz zum Beschluss von 2012, wollen die Länder nun nicht mehr nur virtuelle Sportwetten erlauben. Auch Online Casinos und Poker stehen auf dem Programm. Immerhin eine positive Nachricht, weil diese Angebote ansonsten noch stärker ins Illegale gedrängt würden. Zumindest hätten die Medien dann eine entsprechende Erlaubnis, dies so zu formulieren.

Starke Werbeeinschränkung

Böse Zungen sprechen von einem fast vollständigen Verbot der Glücksspielwerbung. In Radio und Fernsehen soll dies künftig nur noch zwischen 21 und 6 Uhr möglich sein. Außerdem müsste jeder Werbepartner aus dieser Branche über eine Lizenz für den Spielbetrieb verfügen. Andernfalls dürften die Rundfunksender keine Partnerschaft eingehen.

Immerhin trennen sich die Bundesländer endlich von ihrer Vorstellung der begrenzten Anzahl an Genehmigungen. Jedoch bleibt das Lottomonopol bestehen, denn dafür sieht der Entwurf keinen Spielraum bei privaten Anbietern vor.

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