EM 2012: Erster Gastgeber scheidet aus

„Noch ist Polen nicht verloren“, so beginnt die polnische Nationalhymne, die vor der Partie von den Spielern und dem Großteil der 41.480 Zuschauern in Breslau mit Inbrunst gesungen wurde. Gegen 22:35 Uhr war Polen mal wieder doch verloren. Wie bei ihren bisher einzigen EM-Teilnahmen 1960 und 2008 scheiden die „Bialo-Czerwoni“ ohne einen Sieg in der ersten Runde aus.

Dabei fing das entscheidende Spiel um den Einzug ins Viertelfinale gegen den tschechischen Nachbarn sehr gut an. Die größte Chance zur Führung verpasste in der 10. Minute Robert Lewandowski, der völlig freistehend den Ball schlecht traf. Die erste halbe Stunde waren die Polen, die mit Przemyslaw Tyton anstelle des wieder einsatzbereiten Wojciech Szczesny im Tor und insgesamt 5 Bundesliga-Legionären antraten, das klar dominante Team und spielten sich Chancen fast im minutentakt heraus. Sie scheiterten aber immer wieder in Person von Lewandowski, Kuba und Boenisch am überragenden tschechischen Keeper Petr Cech und am Außennetz.

Die einzige Chance für Tschechien in dieser Phase, die ohne ihren verletzten Kapitän und Mittelfeldregisseur Tomas Rosicky auskommen mussten, vergab der künftige Wolfsburger Vaclav Pilar, der bereits zwei Mal in diesem Turnier getroffen hat. Pilsens Daniel Kolar war in der Spielmacherrolle zunächst völlig überfordert und so konnte sich Tschechien glücklich schätzen, nicht mit einem deutlichen Rückstand in die Pause zu gehen. Die Polen hingegen schienen langsam zu verzweifeln.

Als zur Pause Griechenland auch noch 1:0 gegen Russland führte war klar, das auch den Tschechien das Unentschieden nicht für das Viertelfinale reichen würde. Diese erhöhten auch den Druck und kamen in der 72. Minute durch Wolfsburgs Petr Jiracek zum nicht unverdienten 1:0-Siegtreffer. Polen hatte diesem Schock dem nichts mehr entgegenzusetzen und schied zur Trauer einer ganzen Nation aus. „Wir hatten einige sehr schöne Momente bei dieser EM“, sagte Kapitän Jakub Blaszczykowski den Tränen nahe. „Leider ist es jetzt vorbei. Wir danken all unseren Fans.“
Nationaltrainer Franciszek Smuda, dessen Vertrag nach der EM ausläuft, wird künftig nicht mehr auf der Trainerbank Platz nehmen, das gab er nach dem Spiel bekannt.

Zwar galt die Gruppe A im voraus als ausgeglichenste der EM, mit Griechenland und Tschechien setzten sich jedoch die vermeintlichen Underdogs durch, während Russland (bei online Wetten als Geheimfavorit gehandelt) und die recht stark eingeschätzten Polen nach nur 3 Spielen schon wieder die Koffer packen müssen.

Tschechien und Griechenland werden heute gespannt auf ihre Viertelfinal-Gegner warten, die in der Gruppe B zwischen Deutschland, Dänemark, Portugal und den Niederlanden ermittelt werden.

Check Also

Hacker der britischen Lotterie erhält Haftstrafe

Die großen Lotto-Gewinner um den Jahreswechsel herum

2019 hat begonnen und rund um den Jahreswechsel gab es ein paar Glückspilze, welche bei …